Vorschau 12. Spieltag: SV Völkersbach – FV Alemannia Bruchhausen
Vorschau 12. Spieltag: SV Völkersbach – FV Alemannia Bruchhausen
Posted: | By svv-redakteur

Am Sonntag, 01.11.2026, geht es bereits um 14:30 Uhr im Wasenstadion zur Sache. Und das ausgerechnet an Allerheiligen – einem „stillen Feiertag“. Nun ist Fußball ja bekanntlich nicht gerade dafür berühmt, leise zu sein. Und wenn der SV Alemannia Bruchhausen zu Gast ist, kann man den Begriff „still“ eigentlich gleich aus dem Spielbericht streichen.
Denn bei diesem Duell war in den vergangenen Jahren vor allem eines angesagt: Tore. Tore. Und zur Sicherheit noch ein paar Tore.
Seit Juni 2008 standen sich der SVV und die Alemannen elfmal gegenüber. Sieben Siege gingen nach Bruchhausen, zweimal durfte Völkersbach jubeln, dazu gab es zwei Unentschieden. Beim Torverhältnis steht es 36:16 für die Gäste. Die Statistik spricht damit ziemlich deutlich – und zwar ungefähr so laut wie eine Anzeigetafel, die nach 90 Minuten schon zweistellig anzeigen möchte.
Richtig wild wurde es allerdings in den vergangenen Jahren. Seit 2013 gab es sieben Duelle zwischen beiden Mannschaften. Dabei fielen satte 48 Tore. Macht knapp sieben Treffer pro Partie.
Sieben Tore im Schnitt. Pro Spiel.
Da kann man sich als Zuschauer eigentlich das übliche Fußballprogramm sparen. Wer am Sonntag ins Wasenstadion kommt, braucht möglicherweise weniger ein Sitzkissen als einen Taschenrechner.
Bei diesem Duell scheint die klassische Fußballweisheit „Hinten muss die Null stehen“ jedenfalls regelmäßig Urlaub zu haben. Dafür wird vorne offenbar umso fleißiger gearbeitet. Die Toranzeige dürfte sich bei diesen Begegnungen jedenfalls schon öfter gefragt haben, ob sie eigentlich für 90 Minuten oder für einen ganzen Arbeitstag angestellt wurde.
Die letzten beiden Kapitel gingen dabei klar an die Alemannen: 7:1 in Völkersbach und 5:2 in Bruchhausen. Zusammen zwölf Gegentore in zwei Spielen. Da war defensiv also durchaus noch etwas Luft nach oben – ungefähr eine komplette Tribüne.
Ganz so torhungrig muss es aus blau-weißer Sicht am Sonntag deshalb nicht wieder werden. Wir hätten nichts gegen sieben Tore – aber die Reihenfolge sollte diesmal bitte etwas anders aussehen.
Dass der SVV gegen Bruchhausen durchaus weiß, wo das Tor steht, zeigte sich am 20.10.2024. Damals entwickelte sich ein Spiel, bei dem offenbar niemand den „Deckel draufmachen“ wollte. Am Ende gewann Völkersbach mit 7:4.
Elf Tore in 90 Minuten. Das ist kein normales Fußballspiel mehr, das ist Torschusstraining mit Zuschauern.
Gleichzeitig war es das bislang torreichste Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Wer damals dabei war, hat vermutlich bis heute ein leichtes Klingeln in den Ohren – und zwar nicht vom Feiertagsglockenläuten.
Für den SVV gab es am vergangenen Spieltag in Jöhlingen wenig zu holen. Bei strömendem Regen und auf einem Platz, der eher an einen Acker als an ein Fußballfeld erinnerte, gingen unsere Blau-Weißen deutlich mit 0:4 unter. Vor allem nach der Pause fehlten die spielerischen Ideen, die nötige Bewegung und die Präzision, um noch einmal ins Spiel zurückzufinden. Damit blieb Völkersbach erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Ein Nachmittag zum Vergessen – und einer, auf den am Sonntag die passende Antwort folgen soll.
Aber auch die Alemannen aus Bruchhausen mussten zuletzt einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Nach zuvor vier ungeschlagenen Spielen in Folge unterlag der FV ersatzgeschwächt ausgerechnet dem Schlusslicht TSV Spessart mit 3:5. Fünf Gegentore gegen den Tabellenletzten dürften auch in Bruchhausen für einige Fragezeichen sorgen.
Damit reisen beide Mannschaften nach Niederlagen an den Wasen – und haben am Sonntag einiges wiedergutzumachen.
Die Ausgangslage ist damit klar: Bruchhausen hat in der direkten Bilanz deutlich die Nase vorn, bringt traditionell ordentlich Offensivpower mit und dürfte gegen den SVV nur allzu gerne wieder den Torhunger auspacken.
Unsere Jungs haben dagegen etwas dagegen – und außerdem einen kleinen Beweis aus der jüngeren Vergangenheit, dass die Alemannen durchaus zu knacken sind.
Die taktische Marschroute darf deshalb gerne ganz klassisch ausfallen: Hinten Beton anrühren, die Räume eng machen, vorne die Chancen eiskalt verwerten und nach Möglichkeit nicht wieder das Scheunentor öffnen.
Für Sonntag wäre deshalb eine etwas weniger dramatische Variante des 7:4 durchaus willkommen. Denn bei aller Liebe zum offensiven Fußball: Wenn nach 90 Minuten mehr Tore fallen als auf dem örtlichen Friedhof Kerzen brennen, wird es selbst an Allerheiligen irgendwann unübersichtlich.
Denn wenn am Allerheiligentag schon nicht still gespielt wird, dann darf wenigstens nach 90 Minuten im Wasenstadion ordentlich gefeiert werden.
Auf geht’s, SVV!
Vorbericht: Tom Wiedemer
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